Was macht diese Züge so besonders?

Aktive Neigetechnik

Der Name leitet sich vom italienischen Wort pendolo (Pendel) ab. Dank hydraulischer oder elektrischer Systeme neigt sich der Wagenkasten in Kurven um bis zu 8° nach innen. Dadurch wird die Fliehkraft für Passagiere ausgeglichen.

Enormer Zeitgewinn

Weil sich der Zug in die Kurve "legt", kann er bestehende, kurvenreiche Altbaustrecken um bis zu 20 bis 30 % schneller befahren als herkömmliche Züge. Teure Tunnel- und Streckenneubauten werden dadurch oft überflüssig.

Ein globaler Erfolg

Was in Italien begann, eroberte die Welt. Pendolino-Züge (meist von Alstom gebaut) fahren oder fuhren in Italien (Frecciarossa/Eurostar), der Schweiz (Astoro / ETR 470 & 610), Deutschland (ICE T basiert auf der Technik), Grossbritannien, Finnland und Polen.

Die Evolution des Pendolino

Die Anfänge (1960er & 1970er)

Die italienische Eisenbahn (FS) und Fiat Ferroviaria experimentieren mit den ersten Prototypen. 1975 geht mit dem ETR 401 der weltweit erste kommerzielle Neigezug in den Dienst – das Fundament einer neuen Ära war gelegt.

Der Durchbruch: ETR 450 & 460 (1980er & 1990er)

Mit dem ETR 450 gelingt 1988 der kommerzielle Großerfolg im italienischen Hochgeschwindigkeitsnetz. In den 90ern folgt das ikonische, aerodynamische Design des Designers Giorgetto Giugiaro beim ETR 460.

Der Sprung in die Schweiz (ETR 470 / Cisalpino)

Ab 1996 verbinden die legendären, silbernen ETR 470 die Schweiz und Italien über die Gotthard- und Lötschberg-Strecken. Trotz anfänglicher technischer Kinderkrankheiten veränderten sie den alpenquerenden Verkehr grundlegend.

Die Moderne: ETR 610 / SBB Astoro (Heute)

Die aktuelle Generation der Pendolinos (ETR 610) glänzt durch absolute Zuverlässigkeit und läuft unter anderem bei den SBB als Astoro im internationalen Verkehr von Frankfurt über die Schweiz nach Mailand.

Die Innenausstattung

Aufgrund der Neigetechnik unterscheidet sich das Raumgefühl leicht von Standard-Zügen – der Komfort ist jedoch absolut erstklassig.

Aerodynamische Wände

Um Platz für die Neigung im Tunnel zu lassen, sind die Seitenwände im oberen Bereich leicht nach innen abgeschrägt. Das sorgt für ein gemütliches, flugzeugähnliches Raumgefühl.

Elegantes Bordbistro

Italienische Kaffeekultur auf Schienen: Die Züge verfügen fast immer über ein stilvolles Bordbistro oder Restaurant, das perfekt auf Langstrecken ausgelegt ist.

Premium Sitze

Großzügiger Sitzabstand, verstellbare Rückenlehnen und (in den modernen Generationen wie dem SBB Astoro) Steckdosen an jedem Platz sowie Ledersitze in der 1. Klasse.

High-Tech & Ruhe

Moderne Züge bieten exzellenten Mobilfunkempfang durch signaldurchlässige Scheiben, kostenloses WLAN, Fahrgastinformationssysteme in Echtzeit und ausgewiesene Ruhezonen.

Schon gewusst? Reise-Tipp für empfindliche Mägen

Da sich der Zug aktiv neigt, während das Auge aus dem Fenster blickt, kann es bei sehr empfindlichen Menschen anfangs zu einer leichten "Seekrankheit" (Kinetose) kommen. Tipp: Reserviere einen Sitzplatz in der Mitte des Zuges (dort sind die Bewegungen am geringsten) und reise am besten in Fahrtrichtung.